Lexikon
Zahnvorschub (Messerschlagbogen)
Der Zahnvorschub (auch als Messerschlagbogen bezeichnet) beschreibt beim Fräsen den Weg, den eine einzelne Schneide eines Fräswerkzeugs während einer Umdrehung im Material zurücklegt. Er ist eine zentrale Kenngröße in der Zerspanungstechnik und beeinflusst maßgeblich das entstehende Fräsbild sowie die Oberflächenqualität des Werkstücks.
Der Zahnvorschub ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Vorschubgeschwindigkeit, Drehzahl und Anzahl der Schneiden. Während die Schnittgeschwindigkeit die Umfangsgeschwindigkeit des Werkzeugs beschreibt, bestimmt der Zahnvorschub die tatsächliche Spanabnahme pro Schneide.
Je kleiner der Zahnvorschub, desto feiner wird das Fräsbild. Die Schneiden tragen das Material in geringeren Abständen ab, wodurch eine glattere Oberfläche entsteht. Bei einem größeren Zahnvorschub entstehen deutlich sichtbare Wellen im Fräsbild, die häufig eine zusätzliche Nachbearbeitung erforderlich machen.
In der Praxis wird für saubere Oberflächen häufig ein Zahnvorschub von unter 1 mm empfohlen – abhängig von Material, Werkzeugdurchmesser und Anwendung.
Für eine besonders saubere Oberfläche gilt:
- möglichst viele Schneiden
- geringer Vorschub
- hohe Drehzahl
Formel zur Berechnung des Zahnvorschubs (Messerschlagbogen):
fz = Vf / (n × z)
Legende:
- fz = Zahnvorschub (mm)
- Vf = Vorschubgeschwindigkeit (mm/min)
- n = Drehzahl (U/min)
- z = Anzahl der Schneiden
Der Zahnvorschub ist eine entscheidende Einstellgröße für die Wirtschaftlichkeit und Qualität im Fräsprozess. Eine korrekte Abstimmung aller Parameter sorgt für optimale Standzeiten des Werkzeugs, saubere Oberflächen und reduzierte Nachbearbeitung.