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Eintauchverfahren in der Holzbearbeitung – Axial einbohren, Tauchfräsen und spiralförmig Einbohren

In der Holzbearbeitung beeinflusst die gewählte Eintauchstrategie maßgeblich die Schnittqualität, Werkzeugstandzeit und die Gefahr von Brandspuren. Dies gilt sowohl für die Oberfräse als auch für die CNC-Bearbeitung.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Geometrie der Stirnschneide. Viele Holzfräser – insbesondere Standard-Nutfräser – besitzen keine durchgängige Schneide bis zur Werkzeugmitte. Dadurch sind sie nur eingeschränkt oder gar nicht für rein axiales Einbohren geeignet.

mögliche Eintauchverfahren bei Oberfräsern mit Stirnschneide

Axial einbohren Tauchfräsen Spiralförmig Einbohren
Bewegungsart:
Senkrechte Zustellung in Z-Richtung
Bewegungsart:
Vertikale Zustellung mit seitlicher Versetzung
Bewegungsart:
Helixförmige Kreisbewegung mit gleichzeitiger Z-Zustellung
Anforderung an Stirnschneide:
Durchgängig zentrumschnittfähig erforderlich
Anforderung an Stirnschneide:
Keine durchgängige Stirnschneide erforderlich
Anforderung an Stirnschneide:
Auch geeignet bei nicht zentrumschneidenden Fräsern
Einsatz Oberfräse:
Typisch bei Tauchoberfräsen mit direkter Zustellung
Einsatz Oberfräse:
Eingeschränkt praktikabel
Einsatz Oberfräse:
Manuell kaum umsetzbar
Einsatz CNC:
Nur mit geeigneter Fräsergeometrie
Einsatz CNC:
Gut geeignet für Schruppbearbeitung
Einsatz CNC:
Bevorzugte Strategie bei Taschen
Wärmeentwicklung:
Hohe punktuelle Hitzeentwicklung
Wärmeentwicklung:
Reduzierte punktuelle Belastung
Wärmeentwicklung:
Gleichmäßige Wärmeverteilung
Risiko Brandspuren:
Erhöht bei falscher Vorschub-/Drehzahlwahl
Risiko Brandspuren:
Geringer als bei axialem Einbohren
Risiko Brandspuren:
Sehr gering bei korrekter Programmierung
Vorteile:
Einfache Anwendung bei geeigneten Fräsern
Vorteile:
Geeignet für Fräser ohne durchgängige Stirnschneide
Vorteile:
Werkzeugschonend und universell einsetzbar
Nachteile:
Gefahr von Überhitzung und Werkzeugverschleiß
Nachteile:
Längere Bearbeitungszeit
Nachteile:
Erhöhter Programmieraufwand

Axial einbohren sollte in der Holzbearbeitung nur mit zentrumschneidenden Fräsern erfolgen. Besitzt der Fräser keine durchgängige Stirnschneide bis zur Mitte, entsteht im Zentrum Reibung statt Schnitt. Dies führt zu starker Wärmeentwicklung, erhöhtem Verschleiß und typischen Brandspuren im Holz.

Tauchfräsen und spiralförmig Einbohren sind besonders dann vorteilhaft, wenn handelsübliche Nutfräser ohne voll ausgeprägte Stirnschneide eingesetzt werden. Durch die seitliche Schneidbeteiligung wird das Material primär über die Umfangsschneiden abgetragen, wodurch Reibung im Zentrum vermieden wird.

In der CNC-Holzbearbeitung stellt die Spiralstrategie technisch die sauberste Lösung dar. Bei der Oberfräse ist hingegen auf geeignete Fräsergeometrie, scharfe Schneiden und ausreichend Vorschub zu achten, um Hitzeentwicklung zu minimieren.

Die korrekte Abstimmung von Werkzeuggeometrie, Drehzahl und Vorschub ist entscheidend, um qualitativ hochwertige Fräsergebnisse ohne Brandspuren zu erzielen.